Zunächst möchte ich klarstellen, dass es sich bei Fallschirmspringern in der Regel um "normale" Sportler handelt und nicht - wie viele glauben - um einen Haufen Verrückter, die grundlos aus intakten Luftfahrzeugen springen. Fallschirmspringen ist eine sehr interessante Wettkampfsportart, bei der der Einzelne oder auch die Mannschaft in den Wettstreit treten.
Wettkampfdisziplinen sind beispielsweise das Relativspringen (= Formationsspringen), Kappenrelativ, Zielspringen, Stilspringen, Freistil, Skysurfen, Speeddiving, Freeflying und Swooping (mehr dazu unter "Disziplinen").
Ein Sprung aus 4000 m kostet für Lizenzinhaber 20-30 €, wobei die Preise von Verein zu Verein und Boogie zu Boogie variieren. Setzt man den finanziellen Aufwand in Relation zur reinen Freifallzeit (ca. 50 - 70 Sekunden), ist Fallschirmspringen eine kostenaufwendige Sportart, bedingt durch die hohen Kosten, die durch den Transport des Springers auf die Absprunghöhe entstehen. Hierzu werden nahezu alle Flugzeugarten verwendet: vom benzinbetriebenen Einpropeller-Sportflugzeug für 3-5 Springer, über turbinengetriebene Mehrpropeller-Flugzeuge für 20 und mehr Springer, bis hin zu riesigen Transport- bzw. Passagiermaschinen, die besonders für das Absetzen von Großformationen genutzt werden. Auch Hubschrauber und Heißluftballone sind bei den Springern sehr beliebt.
Entgegen der landläufigen Meinung, ist der Fallschirmsport eine recht sichere Sportart. Bedingt durch eine sicherheitsorientierte Ausbildung, in der man für verschiedenste Gefahrensituationen geschult wird, ist der Springer in der Lage, gefährliche Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen oder zumindest richtig zu reagieren, um schlimmere Folgen zu verhindern. In den seltensten Fällen werden Unfälle ausschließlich durch technisches Versagen hervorgerufen. Die unter Laien weit verbreitete Befürchtung, der Fallschirm könnte sich nicht öffnen, ist mehr als unbegründet. Selbst wenn es mal zum seltenen Fall einer Fehlöffnung des Fallschirms (z. B. Verdrehung, Überwurf oder Reissen von Fangleinen) kommen sollte, kann durch Maßnahmen des Springers der Schirm dazu bewegt werden, wieder flugfähig zu werden. Die Ursache für eine Fehlöffnung ist meistens auch im menschlichen und weniger im technischen Versagen zu finden. In aller Regel wurde der Schirm nicht ordentlich gepackt, oder der Springer hatte während des Öffnungsvorganges eine instabile Fluglage. Wenn dann doch mal "alle Stricke reissen", man also wirklich unter einer nicht landbaren Hauptkappe hängen sollte, dann gibt es ja noch die Reserve. Die Großzahl der Unfälle im Fallschirmsport ereignet sich allerdings an vollständig geöffneten und flugfähigen Fallschirmen. Durch Unachtsamkeit und/oder Fehleinschätzung kommt es leider gelegentlich zu Landeunfällen. Wie viele Fallschirmspringer, vertrete ich persönlich aber die Meinung: das gefährlichste am Fallschirmspringen ist die Autofahrt zum Sprungplatz. |